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Zehn Inhaberinnen unabhängiger Buchhandlungen beim 9. Treffen der #StarkenUnternehmerinnen in Peiting vor blauem Himmel und Bergpanorama.

#StarkeUnternehmerinnen26 – für die Buchhandlung am Ort

#StarkeUnternehmerinnen26 - Damit die Buchhandlung am Ort bleibt

Bilderbuchwetter: bayerisch blauer Himmel mit strahlender Sonne und die Berge zum Greifen nah. Starke Unternehmerinnen folgten der Einladung von Gastgeberin Stefanie Bertram-Kempf - Buch am Bach. Doch die Fragen, die zehn Buchhändlerinnen nach Peiting mitbringen, sind weniger idyllisch: Welche Öffnungszeiten kann das Team noch tragen? Welche Fläche verdient Geld? Und welche Kulturveranstaltung ist wertvoll, aber wirtschaftlich nicht länger finanzierbar?

Unternehmen "Buchhandlung"

Unabhängige Buchhandlungen gehören für viele Menschen selbstverständlich zum Bild einer lebendigen Innenstadt. Sie öffnen morgens, beraten persönlich, bestellen Bücher über Nacht und veranstalten am Abend eine Lesung. Was leicht und selbstverständlich aussieht, ist das Ergebnis täglicher unternehmerischer Arbeit.

Diese Arbeit findet unter anspruchsvollen Bedingungen statt: Manche Innenstädte melden SOS in Bezug auf Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit. Deutsche zählen im europäischen Vergleich zu eher zu den Lesemuffeln. Gerade mal 31 % haben in den letzten 12 Monaten einen gedruckten Roman oder ein Sachbuch aufgeschlagen. Forschungen zeigen, dass zum einen Lesen schlau macht und einen Beitrag leistet zu Longevity. Der deutsche Buchmarkt erzielte 2025 einen Umsatz von 9,62 Milliarden Euro – 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr; dabei verlor der stationäre Sortimentsbuchhandel 3,7 %. Mit einem Marktanteil von 40,8 Prozent bleibt er zwar der größte einzelne Vertriebsweg für Bücher. Aber: Weniger Buchkäuferinnen und Buchkäufer, steigende Kosten und belastete Innenstädte treffen kleine Buchhandlungen unmittelbar. Sie können schwache Frequenz, zusätzliche Bürokratie oder eine fehlerhafte Investition nicht im Filialverbund ausgleichen.

Beim 9. Treffen der #StarkenUnternehmerinnen stand im Fokus, wie Buchhandlungen wirtschaftlich tragfähige Unternehmen und lebendige Orte in unseren Städten und Gemeinden bleiben können? Welche Produkte verdienen ihren Platz im Laden? Wie produktiv arbeitet die Fläche wirklich? Passen die Öffnungszeiten noch zur Kundenfrequenz? Welche Veranstaltungen tragen sich wirtschaftlich? Wie lassen sich Mitarbeiterinnen ans Unternehmen binden? Wann erleichtert eine neue Software (z.B. technische Abwicklung von Bücherschecks) tatsächlich die Arbeit – statt nur neue Arbeit zu produzieren?

5 Fragen an einen Laden mit Zukunft:

Perspektive Transferfrage
Kundschaft Welche Menschen erreichen wir heute - und welche nicht mehr?
Angebot Welche Produkte, Dienstleistungen und Veranstaltungen stärken Profil und Ertrag?
Fläche & Zeit Welche Quadratmeter und Öffnungsstunden leisten tatsächlich einen Beitrag?
Team Welche Arbeit hängt dauerhaft an einzelnen Personen oder an der Inhaberin?
Standort Welche Funktion übernimmt unser Unternehmen für Stadt, Gemeinde und Nachbarschaft?

Kulturarbeit ist Arbeit

Unabhängige Buchhandlungen verkaufen mehr als nur Bücher. Sie kuratieren Sortimente, entdecken Autorinnen und Autoren, organisieren Lesungen und bringen Literatur zu Menschen, die nicht jede Neuerscheinung bereits über Social Media kennen.

Die Zusammenarbeit mit Schulen, Kitas, Bibliotheken, Vereinen und Kulturschaffenden steht im Vordergrund. Independant Buchhandlungen veranstalten Vorlesestunden, Buchpremieren - außerhalb des Mainstreams, Diskussionsabende, Tastings und Salonlesungen. Sie beraten Eltern, Großeltern, Pädagoginnen und Kinder. Und sie schaffen Räume, in denen gesellschaftliche Fragen verhandelt werden können.

Der Bund erkennt diese Funktion ausdrücklich an: Der Deutsche Buchhandlungspreis würdigt jährlich rund 100 unabhängige Buchhandlungen für ihr besonderes literarisches Sortiment, ihr kulturelles Engagement, ihre kreativen Ideen und ihren Beitrag zur Lese- und Literaturförderung (z.B. Akzente - Bücher & Wein | Kirchzartener Bücherstube) . Diese Arbeit wird dringend gebraucht, denn fehlende Lesekompetenz mündet in fehlende Karrierechancen. Rund 20 % der Erwachsenen zwischen 16 bis 65 Jahren in Deutschland können nur schlecht lesen und schreiben. Das entspricht etwa 10,6 Millionen Menschen (vgl. Stiftung Lesen). Buchhandlungen können bildungspolitische und gesellschaftliche Versäumnisse nicht auffangen. Allerdings sie können Zugänge schaffen zu Geschichten, Wissen, Sprache und Begegnung. Beispielsweise im Escape-Room bei Kindlers 1872, mit dem Leseclub der Buchhandlung Augustiniok, bei der Silent Reading Party im Buchladen im Langhaus oder bei einer Lesung im LeseLaden. Ein Qualitätsmerkmal ist auch die Auszeichnung mit der  LeseEule BAWÜ 2025/2026 (etwa Lieblingsbuch-Laden, Kirchzartener Bücherstube, Buchhandlung Merkel).

Diese Art von Kulturarbeit ist kein romantischer Zusatz zum eigentlichen Geschäft. Sie gehört zum gesellschaftlichen Wert unabhängiger Buchhandlungen. Die Auszeichnung ist sichtbar. Die Vorarbeiten dazu - Kuratieren des Sortiments, der Veranstaltungen, die Abstimmung mit dem Verlag, der Kartenverkauf, die Werbung, die Buchbestellung und das Aufräumen danach bleiben es meistens nicht.

Workflow einer Buchveranstaltung mit den drei Phasen Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung sowie den jeweils anfallenden Aufgaben.
Die sichtbare Veranstaltung ist nur die Mitte des Arbeitsprozesses. Vorbereitung und Nachbereitung binden ebenfalls Zeit und Personal. Erstellt mit ChatGPT

Fazit: Nicht jede Veranstaltung muss unmittelbar Gewinn erzielen. Aber jede sollte einen geklärten Auftrag haben.

Starke Unternehmerinnen

Die Branche ist weiblich!  Frauen arbeiten mit Büchern, kaufen und lesen sie häufiger. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verbringen Frauen und Mädchen durchschnittlich 30 Minuten täglich mit Lesen. Männer und Jungen 24 Minuten.

Als Unternehmerinnen sind Frauen dennoch unterrepräsentiert. 2024 liegt der Frauenanteil bei Selbständigen mit Beschäftigten bei nur 24 % (vgl. Statistisches Bundesamt StBA)

In einer unabhängigen Buchhandlung liegen Geschäftsführung, Einkauf, Personal, Marketing und Kulturarbeit häufig nur wenige Schritte voneinander entfernt – manchmal sogar auf demselben Schreibtisch. Das macht Entscheidungen schnell. Es macht sie aber auch persönlich und wirtschaftlich folgenreich. Die #StarkenUnternehmerinnen führen Unternehmen, tragen Risiken, sichern Arbeitsplätze und erhalten wichtige Kulturorte. Stark heißt hier nicht: immer eine Antwort haben. Stark heißt, eine schwache Warengruppe nicht schönzureden, die eigene Überlastung nicht mit Leidenschaft zu verwechseln und eine Entscheidung zu verändern, wenn die besseren Argumente auf dem Tisch liegen.

Kurz: #StarkeUnternehmerinnen tragen Verantwortung, sind entscheidungsfreudig und zeichnen sich aus durch eine hohe Lernkompetenz.

Gemeinsam klüger nachdenken

Ein Unternehmen zu führen, kann einsam machen. Denn gegenüber Mitarbeitenden, Kundschaft, Banken, Lieferanten und Geschäftspartnern sollen Unternehmerinnen Orientierung und Sicherheit ausstrahlen. Doch wohin mit den unfertigen Gedanken oder auch Gedankenwirrwarr? Wo kann eine Unternehmerin sagen, dass eine Entscheidung nicht funktioniert hat? Dass sie bei einer Investition unsicher ist? Wie spricht sie darüber, wenn eine beliebte Veranstaltung viel Arbeit macht, aber kaum Ertrag bringt? Wem kann sie anvertrauen, dass die Öffnungszeiten das Team belasten? Und mit wem kann sie eine Zukunftsfrage ihres Unternehmens durchdenken, auf die sie selbst noch keine Antwort hat?

Dafür braucht es einen geschützten Raum.

Die #StarkenUnternehmerinnen sind keine Erfa-Gruppe, eher eine Learning-Circle. Hier werden Fragen diskutiert, die Außenstehende leicht übersehen. Es geht um Mitarbeiterführung, Prozessoptimierungen, Einkaufskonditionen und finanzielle Vorsorge. Am Tisch sitzen Frauen, die Personalverantwortung tragen, Rechnungen bezahlen und für ihre Entscheidungen mit Haut und Haar haften. Hier muss eine Unternehmerin nicht erst erklären, wie es sich anfühlt, wenn jede Entscheidung am Ende bei ihr landet.

Die #StarkenUnternehmerinnen arbeiten als Brain Trust: als vertrauliche Feedback-Gruppe, in der unternehmerische Fragen nicht vorschnell beantwortet, sondern gemeinsam klüger durchdacht werden. Sicher: die Community ersetzt keine unternehmerische Entscheidung. Sie verbessert aber die Grundlage, auf der sie getroffen wird.

Der Aufrichtigkeits-Check

In dieser Community können Beobachtungen, Zweifel und wirtschaftliche Realitäten angesprochen werden – gerade dann, wenn sie unbequem sind. Wo geht das sonst? Mach´ den Test:

  • Benenne die Entscheidung, die gerade ansteht und nicht getroffen wird
  • Notiere die Annahme, auf der der bisherige Kurs beruht
  • Suche eine Zahl, die diese Annahme bestätigt oder widerlegt
  • Bitte eine Unternehmerin um ein Feedback - auch wenn es weh tut
  • Lege den nächsten überprüfbaren Schritt fest

Eine solche Offenheit braucht Vertrauen. Psychologische Sicherheit bedeutet nicht, dass sich jede Antwort angenehm anfühlt. Sie ermöglicht es, Zweifel, Fehler und Widerspruch anzusprechen, ohne die Professionalität der Unternehmerin infrage zu stellen.

In einem guten Netzwerk bekommt eine Unternehmerin Unterstützung. In einer guten Community mit viel Brain Trust bekommt sie zusätzlich wertschätzenden Widerspruch.

Aufrichtigkeits-Check: Wähle eine der folgenden Fragen aus und besprich´ sie mit einer Person, die verständnisvoll genug für Offenheit und unabhängig genug für Widerspruch ist.

  • Halten wir ein Angebot nur aus Gewohnheit aufrecht?
  • Erbringen wir eine Leistung, ohne sie zu kalkulieren?
  • Welche Rückmeldung fehlt uns für eine kluge Entscheidung?

Aus Austausch wurde gemeinsames Lernen

Die Bilder (s.unten) der vergangenen Treffen zeigen, wie diese Community gewachsen ist. Aus ersten Begegnungen wurde Vertrauen; aus dem Erfahrungsaustausch mit Präsenztreffen, Community of Practice, Signal-Gruppe und kollaborativen Workspaces entstanden gemeinsame Lernprozesse:

  • Beim 6. Treffen (2023) beschäftigte sich die Gruppe intensiv mit Künstlicher Intelligenz und gründete einen Learning Circle.
  • Beim 7. Treffen (2024) standen Geschäftsmodelle, Genuss und gemeinsame Projekte im Mittelpunkt.
  • Beim 8. Treffen (2025) zeigte sich, wie wichtig die Community für die einzelnen Unternehmerinnen geworden war.
  • Aus einer Idee entwickelte sich mit WortWein ein gemeinsames Produkt.
  • Beim 9. Treffen in Peiting ging es nun verstärkt um Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit: um Fläche und Sortiment, Arbeitszeit und Öffnungszeiten, Warenwirtschaft und Bücherschecks, Personal, Veranstaltungen und digitale Kundenkommunikation.

Dazwischen wurde gelacht, gegessen, Wein verkostet und gemeinsam die Landschaft rund um Peiting erkundet. Auch das gehört dazu. Denn Vertrauen entsteht nicht allein am Whiteboard. Aber am Whiteboard zeigt sich, was dieses Vertrauen aushält.

Austausch --> Vertrauen --> Erprobung --> gemeinsame Projekte

Nach dem 9. Treffen ist vor dem Jubiläum

2027 steht das 10. Treffen der #StarkenUnternehmerinnen an. Die pandemiebedingte Pause hat den Weg dorthin verlängert. Umso deutlicher wird, was über die Jahre entstanden ist.

Das Jubiläum bietet Anlass zum Feiern. Es ist aber auch ein guter Zeitpunkt für die nächste unbequeme Frage:

Was muss diese Community künftig leisten, damit ihre Unternehmerinnen nicht nur durchhalten, sondern ihre Unternehmen wirksam weiterentwickeln können?

Die Antwort wird nicht für alle gleich aussehen. Die Standorte, Teams und Geschäftsmodelle sind zu unterschiedlich für Patentrezepte. Genau deshalb braucht es den Austausch. Die #StarkenUnternehmerinnen kommen zusammen, um genauer hinzusehen, voneinander zu lernen und bessere Entscheidungen zu treffen.

Denn ihre Buchhandlungen sind Handelsunternehmen, Veranstaltungs- und Kulturorte. Sie sind wichtig für ihre Städte und Gemeinden. Und die Frauen, die sie führen, sind keine begeisterten Amateurinnen mit einem schönen Laden. Sie sind echte Profis.

Starke Unternehmerinnen brauchen keine unkritische Zustimmung. Sie brauchen Menschen, mit denen sie klüger nachdenken können. Beim 09. Treffen dabei waren:

Andrea Deuschle - Buchhandlung im Langhaus

Angelika Wetzel - Buch Elser

Barbara Knieling - Lieblingsbuch-Laden

Carola Wehrbein - Buchhandlung & Schreibwaren Augustiniok

Karen Schad - LeseLaden Kirchheim

Katrin Schmidt - Kirchzartener Bücherstube, Gundelfinger Bücherstube

Kirsten Pieper - Akzente Buch & Wein

Lisa Mellert und Christine Krück-Mellert - Kindlers 1872

Stefanie Bertram-Kempf - Buch am Bach (Gastgeberin)

Ellen Braun - work&feelgood (Community Managerin)

Du führst eine unabhängige Buchhandlung und suchst keinen weiteren Netzwerktreff, sondern einen vertraulichen Raum für ehrlichen unternehmerischen Austausch? Dann nimm Kontakt mit uns auf.

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lick in eine Buchhandlung mit Bücherregalen; daneben eine pinke Grafik mit dem Schriftzug „#SchauGenau!“ und einer gezeichneten Brille.

#SchauGenau! Lesekompetenz & Schulbuchgeschäft

#SchauGenau! Was inhabergeführte Buchhandlungen im Schulbuchgeschäft leisten!

Kurz vor den heiß ersehnten Sommerferien. Draußen sind es mehr als 30 Grad. Im Verkaufsraum steigt die Temperatur weiter. Im Lager stehen Paletten mit Schulbüchern. Einige Titel fehlen. Andere wurden falsch geliefert. Eine Schule hat ihre Bestellung geändert. Die Rechnungen müssen trotzdem stimmen.

Der erste Schultag nach den Sommerferien ist fix. Und dann brauchen alle Schulkinder ihre Bücher.

Während die Lesekompetenz laut der IGLU-Studie 2023 weiterhin Anlass zur Sorge gibt, beginnt in vielen inhabergeführten Buchhandlungen die heiße Phase des Schulbuchgeschäfts – mit Bestelllisten, Lieferterminen, Nachfragen, Paletten und sehr viel Handarbeit.

Die Lage ist ernst: Sowohl beim Lesen und bei denen die dafür sorgen, dass das Material auf den Tisch kommt

Lesen ist die Voraussetzung dafür, Aufgaben zu verstehen, Informationen einzuordnen, Verträge zu prüfen, digitale Inhalte zu bewerten und sich eine eigene Meinung zu bilden. Wer nicht ausreichend lesen kann, hat nicht nur im Deutschunterricht ein Problem. Lesekompetenz beeinflusst das Verstehen von Aufgabenstellungen, die Einordnung von Themen in Zusammenhänge und das Lösen von Herausforderungen.

In meiner Nebenrolle als Dozentin bei verschiedenen Bildungsträgern mit DQR 6 (entspricht Bachelor) ist diese Unsicherheit bei einem Teil der Kursteilnehmenden massiv spürbar – etwa bei der Erstellung von Gliederungen für Abschlussarbeiten oder beim Formulieren eines aussagekräftigen Titels für ein mündliches Fachgespräch mit Präsentation.

Doch heute möchte ich den Blick auf diejenigen lenken, die vor Ort umfangreich Leseförderung betreiben und im Hintergrund dafür sorgen, dass die Logistik funktioniert.

Der Arbeitsprozess in der Buchhandlung

Eine Buchhandlung betreut beispielsweise mehr als zehn Schulen und wickelt während der Sommersaison Schulbuchaufträge im Wert von 250.000 bis 300.000 Euro ab.

Hinter diesem Umsatz stehen jedoch Hunderte Bestellpositionen, unterschiedliche Klassenstufen, verschiedene Ausgaben – je nach Bundesland –, ergänzende Arbeitshefte, Nachzügler und kurzfristige Änderungen.

Workflow in der Buchhandlung:

  • Bestelllisten prüfen – oft handgeschrieben und mit fehlerhaften ISBN
  • Ausgaben und ISBN korrekt zuordnen
  • Liefermöglichkeiten klären
  • Paletten annehmen und kontrollieren – häufig in Garagen oder externen Lagerräumen
  • Bücher nach Schulen und Klassen sortieren
  • fehlende Titel nachbestellen
  • Fehllieferungen reklamieren
  • Sondertitel direkt bei Verlagen beschaffen
  • Rechnungen erstellen
  • Rückfragen beantworten
  • Abholungen oder Auslieferungen koordinieren
  • und schließlich die Lieferung in die Schule organisieren – oft in obere Stockwerke ohne Aufzug

Die Lieferkette und die Herausforderungen

Das eine Buch kommt über das Barsortiment. Das nächste muss direkt beim Verlag bestellt werden. Ein Titel ist kurzfristig nicht lieferbar. Ein anderer wurde in einer neuen Auflage eingeführt. Mengen ändern sich, weil Schüler:innen hinzukommen oder Klassen neu zusammengesetzt werden.

Hinzu kommen Ausschreibungen, Rabattregelungen (vgl. BuchPrG) und besondere Anforderungen öffentlicher Auftraggeber. Dabei trägt die Buchhandlung Verantwortung für eine Lieferkette, die sie selbst nur begrenzt steuern kann:

  • Sie kann das Buch nicht drucken
  • Sie kann die Lieferfähigkeit des Verlages nicht garantieren (z.B. Meldenummer 15)
  • Sie kann auch nicht verhindern, dass sich Bestellungen kurzfristig ändern

Aber sie ist die Stelle, bei der am Ende nachgefragt wird, wenn etwas fehlt. Sie ist häufig diejenige, die die Probleme in der Lieferkette lösen soll.

Die Wertschöpfung

Das Schulbuchgeschäft bringt Volumen. Ob es wirtschaftlich attraktiv ist, hängt jedoch davon ab, wie effizient die Prozesse organisiert sind.

Entscheidend ist nicht nur die Höhe des Auftragswerts, sondern auch, was von der Marge übrig bleibt: Bei etwa 20 % Handelsspanne und Rabatten von 10 bis 15 % für Schulen (vgl. BuchPrG §7 (3)) verbleibt oft nur ein geringer Anteil zur Deckung der Kosten.

Bei einer durchschnittlichen Spanne von rund 8 % stellt sich die Frage:

  • Wie viele Arbeitsstunden bindet der Auftrag?
  • Wie viele Rückfragen entstehen?
  • Wie oft muss nachbestellt werden?
  • Wie viele Lieferungen müssen kontrolliert werden?
  • Wie hoch ist der Aufwand für Sortierung und Kommissionierung?
  • Welche Aufgaben übernimmt ein Dienstleister?
  • Wie hoch sind die Transportkosten?
  • Welche Sonderfälle verbleiben in der Buchhandlung?
  • Welcher Ertrag bleibt nach Abzug aller Prozesskosten?

Beispiel: Ein Schulbuch kostet 22,90 Euro inklusive 7 % Mehrwertsteuer. Daraus bleiben - gerechnet mit durchschnittlich 8 % - etwa 1,71 Euro pro Buch für den gesamten beschriebenen Prozess.

Gerade inhabergeführte Buchhandlungen rechnen ihre eigene Arbeitszeit häufig nicht vollständig ein. Die Inhaberin beginnt früher, bleibt länger oder bearbeitet Bestellungen am Abend.

Also: Ein Umsatz von 300.000 Euro klingt beeindruckend. Er sagt jedoch wenig darüber aus, wie viel die Buchhandlung tatsächlich verdient – und wie viele Wochen intensiver Arbeit darin stecken.

Ohne Menschen mit Leidenschaft für´s Lesen funktioniert vieles nicht

Das Schulbuchgeschäft zeigt, was lokale Buchhandlungen leisten, wenn standardisierte Systeme an ihre Grenzen kommen:

  • Eine Software erfasst die Bestellungen. Sie erkennt jedoch nicht automatisch, dass eine Schule versehentlich die falsche Ausgabe bestellt
  • Ein Warenwirtschaftssystem zeigt Bestände an. Es ruft aber nicht beim Verlag an, wenn ein Titel dringend benötigt wird
  • Ein Logistikdienstleister liefert Kartons. Er erklärt einer Lehrkraft nicht, warum ein Arbeitsheft fehlt und welche Alternative verfügbar ist

Diese Arbeit übernehmen Menschen mit hohem Fachwissen und einer Menge Erfahrung.

Sie kennen die Schulen, die Ansprechpartner:innen, die Verlage und die wiederkehrenden Herausforderungen. Sie wissen, welche Rückfrage notwendig ist und wann pragmatisch entschieden werden muss. Es ist hohe Prozesskompetenz statt Romantik im Einzelhandel.

Leseförderung beginnt nicht erst bei der Vorlesestunde

Natürlich lösen Buchhandlungen die Probleme der Lesekompetenz nicht allein. Dafür braucht es qualifizierten Unterricht, Sprachförderung, Bibliotheken, Eltern, Bildungspolitik und ausreichend ausgestattete Schulen. Aber Buchhandlungen sind wichtiger Teil dieser Infrastruktur.

Sie sorgen dafür, dass Lernmittel verfügbar sind. Sie beraten Familien. Sie organisieren Lesungen, Vorleseaktionen und Begegnungen mit Autorinnen und Autoren. Sie schaffen Räume, in denen Kinder Bücher nicht nur als Prüfungsstoff, sondern als Zugang zu Geschichten erleben.

Solche Veranstaltungen erscheinen in keiner PISA-Auswertung. Trotzdem sind diese hochwirksam: Leseclubs. Lesekoffer, Lesetüten, Vorlesewettbewerbe, Welttag des Buches, Fahrten zur Frankfurter Buchmesse, Escape Rooms uvm. fördern Neugier, Aufmerksamkeit und die Erfahrung, dass Bücher etwas mit dem eigenen Leben zu tun haben. Lesekompetenz wächst nicht allein durch die Anwesenheit von Büchern.

Aber ohne erreichbare Bücher, ansprechende Geschichten und Orte, an denen Lesen sichtbar wird, wird es ebenfalls schwierig.

Ein Appell

Vorne stehen die Bücher ordentlich im Regal. Hinten werden Bildungswege mitorganisiert.

Dazwischen stehen leidenschaftlich engagierte Buchhändler:innen, die Lieferprobleme lösen, Bestellungen kontrollieren, Veranstaltungen organisieren und gleichzeitig versuchen, ein wirtschaftlich tragfähiges Unternehmen zu führen.

Wer das Schulbuchgeschäft als Teil der lokalen Bildungsinfrastruktur versteht, sollte wertschätzend auch unterm Jahr handeln: Einfach Bücher bei der Buchhandlung des Vertrauens am Ort bestellen! Auch im Onlineshop, den jede Buchhandlung hat. Bücher sind preisgebunden und kosten also überall gleich viel.

Bevor also ein Kind lesen lernen kann, muss das richtige Buch auf seinem Tisch liegen.

Oft hat eine Buchhändlerin längst dafür gesorgt. #StarkeUnternehmerinnnen

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Ellen Braun lacht herzlich vor pinkem Hintergrund, daneben das Logo der BücherFrauen – Women in Publishing und der Schriftzug „Der Podcast der Büchermacherinnen. Hier sprechen Frauen, die Bücher lieben – und Wirtschaft menschlich denken.“

Podcast der Buchmacherinnen – Ellen Braun im Gespräch

Netzwerk & Community

Podcast der Buchmacherinnen – Ellen Braun im Gespräch

Wie entsteht ein Buch? Wer macht die Bücher? Im Podcast der Buchmacherinnen spreche ich mit Verlegerinnen, Buchhändlerinnen und Kreativen, die mit Leidenschaft und Haltung die Welt der Bücher gestalten.

Es geht um Mut, Wandel und Menschlichkeit – um den Spagat zwischen Kultur und Kommerz, zwischen Idealismus und Alltag. Wie sie führen, lernen, scheitern und wachsen. Ein Podcast für alle, die Bücher lieben – und wissen wollen, wie man Arbeit sinnstiftend, wirtschaftlich und menschlich zugleich gestalten kann. Jede Folge öffnet den Blick hinter die Kulissen einer Branche, die von Leidenschaft, Haltung und Sinn lebt.

Dieser Podcast entsteht ehrenamtlich - und genau das ist seine Stärke. Wir (Susanne Martin, Gesa Oldekamp, Yvonne de Andrés, Sandra Bennua und Ellen Braun) machen ihn, weil wir zeigen möchten, was möglich wird, wenn Wissen, Erfahrung und Begeisterung sich verbinden. Ehrenamt bedeutet für mich nicht "extra", sondern Engagement aus Überzeugung - für eine Branche mit engagierten Macherinnen.

Jetzt reinhören auf: podcast-buecherfrauen.podigee.io

Podcasts mit Ellen Braun:

Buchempfehlungen von BücherFrauen 2025

Krabbeln von Buch zu Buch - Der BookstoreCrawl mit Edith Seifert. Beim Pub Crawling ziehen Menschen von Pub zu Pub. Beim BookstoreCrawl ziehen Lesebegeisterte von Buchhandlung zu Buchhandlung. Wie das in Frankfurt funktioniert erfahrt ihr hier im Podcast.

Die Weisheit der Gruppe nutzen Episode 46 mit Katharina Gerhardt und Alexandra Legath über die Stolpersteine, Highlights und Motivation die Jahrestagung 2025 der Bücherfrauen zu organisieren.

Gemeinsam lernen - Wir können jetzt auch KI  Episode 39 mit meiner Kollegin Dr. Valeska Henze (Die Lernagentinnen GbR).

Von der Teammanagerin bei Tupperware zur selbständigen Buchhändlerin Episode 38 mit Carola Wehrbein, Inhaberin der Buchhandlung und Schreibwaren Augustiniok in Waldkirch.

Wein und Literatur - Genuss aus einer Hand  Episode 34 mit Kirsten Pieper, der Inhaberin der Buchhandlung "Akzente Bücher & Wein" in Offenburg mit Weingut PieperBasler.

Buchempfehlungen von BücherFrauen 2020

 

 

 

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Stuttgarter Buchhandelsrunde

Transformation im Buchhandel: Klarheit, Community, Kompetenz

Stuttgarter Buchhandelsrunde

Stuttgarter Buchhandelsrunde vom 08.07.25 - Stephanie Lange im Gespräch mit Ellen Braun

Das Interview zum Sehen & Hören (ca. 53 Min.)

Die Kurz-Version

Stephanie: Was hat sich deiner Meinung nach „gewandelt“? Und hört das irgendwann wieder auf?

Ellen: Der Wandel ist Dauerzustand. Digitalisierung, verändertes Leseverhalten, demografischer Wandel und massive wirtschaftliche Belastungen sorgen für eine Transformation, die nicht linear verläuft – sondern in Wellen. Transformation hört nicht auf – aber sie lässt sich gestalten, wenn man sie als Lernreise begreift.

Stephanie: Warum gerät der buchhändlerische Mittelstand wirtschaftlich unter Druck? Und welche Skills braucht es?

Ellen: Weil Margen sinken, Kosten steigen und Sichtbarkeit schwindet. Die Konkurrenz durch Plattformen ist massiv – und viele Buchhandlungen wirtschaften mit sehr begrenzten Ressourcen.
Fünf Skills: unternehmerisches Denken, Lernkompetenz, z.B. zum Community-Aufbau mit den Kunden, Digitalisierungskompetenz, User Experience – und Mut zur Klarheit in Sortiment und Positionierung.

Stephanie: „Hochleistung und Menschlichkeit schließen sich nicht aus!“ – was meinst du damit?

Ellen: Das ist mein Credo für Führung und Kundenbeziehung. Hochleistung entsteht dort, wo Vertrauen, Wertschätzung und Sinn spürbar sind, also psychologische Sicherheit. Menschlichkeit ist kein „Soft Skill“, sondern die Voraussetzung für Resilienz – intern wie extern. Gerade Buchhandlungen leben von persönlicher Beziehung – das ist eine Stärke, kein Kostenfaktor.

Stephanie: Ist für dich immer klar, welche Strategie ein Handelsunternehmen verfolgt?

Ellen: Viele agieren aus dem Bauch heraus oder „weil wir das schon immer so gemacht haben“. Die WHY-oder Wozu-Frage – „Wozu tun wir, was wir tun?“ – wird oft übersprungen. Dabei ist sie der strategische Dreh- und Angelpunkt für Positionierung, Sortiment, Events, Teamarbeit und Partnerschaften. Hier hilft der externe Blick einer Begleitung, der möglich ist durch die Fördermittel des Landesverbandes Baden-Württemberg.

Stephanie: „Was lasse ich weg?“ – ist das für dich gleich wichtig wie „Was tue ich?“

Ellen: Absolut. In einer Welt der Überforderung ist Weglassen ein Akt strategischer Klarheit. Weniger ist mehr: fokussiertes Sortiment, klare Zielgruppenansprache, keine Eventitis. Wer alles für alle sein will, bleibt blass.

Stephanie: Warum ist die Analyse von Strategie, Zielgruppen und Handlungsfeldern dein Startpunkt?

Ellen: Jede Buchhandlung ist einzigartig – in Geschichte, Standort, Team und Kundschaft. Eine fundierte Analyse schafft Orientierung und bildet die Basis für wirksame Veränderung. Ohne Analyse ist Transformation nur Aktionismus.

Stephanie: Welche Handlungsfelder bearbeitest du mit Kund:innen? Welche Rolle spielen regionale und demografische Faktoren?

Ellen: Zentrale Handlungsfelder sind Community-Aufbau, Digitalisierung der Prozesse, Steigerung der Produktivität und Lernkultur im Team mit psychologischer Sicherheit

Regionale Unterschiede und demografische Dynamiken sind entscheidend: Was in der Unistadt funktioniert, passt nicht automatisch ins Mittelzentrum mit alternder Bevölkerung.

Stephanie: Welche Bedeutung hat Personalentwicklung für dich?

Ellen: Personal ist der Engpass Nr. 1 – Recruiting, Entwicklung, Wissenstransfer. Gerade im Generationenwechsel ist Führungskompetenz gefragt. Mit klugem Onboarding, partizipativer Führung und einem systemischen Blick auf Rollenverteilung entsteht Bindung – und echte Entwicklung.

Stephanie: Wie nutzen Buchhandlungen die Fördermittel des Landesverbandes?

Ellen: für Teamcoaching und Führung, Moderation von Nachfolgeprozessen, Neupositionierungen oder Umpositionierungen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, strategische Fragestellungen. Manche nutzen die Fördermittel auch zum Kennenlernen und dann ergeben sich ganz andere gemeinsame Arbeitsfelder daraus, wie z.B. den KI-Lernpfad. In 2026 wird das Thema Persönliches Knowledgemanagement ganz oben auf der Agenda stehen, wie bereits mehrfach gewünscht.

 Vielen Dank, liebe Stephanie und lieber Tom für das Gespräch.

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StarkeUnternehmerinnen25_wissen_teilen

#StarkeUnternehmerinnen25

Wissen teilen - gemeinsam wachsen | 8. Treffen bei Gastgeberin Carola

Ein Treffen, das inspiriert, verbindet und verändert. Was bei Gastgeberin Carola Wehrbein (Buchhandlung & Schreibwaren Augustiniok) stattfand, war weit mehr als ein Austausch von Zahlen und Konzepten – es war ein gelebter Beweis für die Kraft unternehmerischer Gemeinschaft.

Eine Community, die trägt
Die Unternehmerinnen der „Starken Unternehmerinnen“ zeigen eindrucksvoll: Netzwerke sind nicht nur nett, sie sind notwendig. In einer Welt voller Umbrüche braucht es Räume, in denen man nicht nur Wissen teilt, sondern auch Mut, Zweifel und Visionen. Genau das bot das 8. Treffen der #StarkenUnternehmenn in Waldkirch: Ein Ort des offenen Dialogs – ehrlich, klar, konstruktiv.

Wissen teilen, Lösungen gestalten
Ob Bezugsmodelle, Sortimentsstrategien oder Leseclubs – das Treffen war ein Feuerwerk an Impulsen. Besonders eindrucksvoll: die gemeinsame Entwicklung eines  Crossmarketing-Projekts, das Buchkultur und Weingenuss verbindet – mit Storytelling, Stil und strategischer Power.

Lernen im Tun
Die Unternehmerinnen sind immer auf der Suche nach neuen Themen und suchten das Gespräch mit anderen Unternehmerinnen. In der Schwarzwaldseifen-Manufaktur wurde greifbar, was die Unternehmerinnen verbindet: Werte leben, Verantwortung weitergeben, Wandel gestalten.

Dieses Treffen war ein starkes Signal

Unternehmertum ist mehr als betriebswirtschaftliches Handeln – es ist Haltung, Kreativität und Gemeinschaftssinn. Genau darin liegt die Zukunft des Mittelstands.

 

Impressionen

„Super!“  - „Ich hätte die Buchhandlung nicht mehr, wenn ich Euch nicht hätte!“    -    „Ich wollte nur einmal kommen und dann nie mehr; es ist eine große Bereicherung“     -    „Frische im Alltag – nehme viele Ideen mit!“ – „Ich lerne unglaublich viel.“  -  „Unser Projekt finde ich super!“

Community der #Starken Unternehmerinnen (Reihenfolge nach Zugehörigkeit)

Du bist neugierig geworden? Dann folge der Community oder mach mit. Denn gemeinsam geht mehr – nicht nur in Waldkirch. Kontakt

 

Reinhören in die Community

 

Die nächsten Termine der Community

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Bezugsmodelle – KI-Agent für Buchhandlungen

Bezugsmodelle – KI-Agent für Buchhandlungen

Beim achten Treffen der StarkenUnternehmerinnen war es soweit: Der KI-Agent „AI-nkaufs-Assistenz Bezugsmodelle“ zur Entscheidungsfindung des passenden Bezugsmodells startete in die Testphase (01.04. - 31.07.2025) bei Gastgeberin Carola Wehrbein (Buchhandlung & Schreibwaren Augustiniok).

Wozu ein KI-Agent?

Die Buchbranche verfügt über vielseitige Bezugswege mit einem ausgefeilten Logistiksystem. Allerdings sind die Konditionen der verschiedenen Anbieter sehr vielschichtig und auch für manche langjährigen Brancheninsider tlw.  intransparent. Steigende Kosten beim Bezug der Bücher, drohende Maluszahlungen, ein gefühltes Einkaufschaos und hoher Zeitaufwand für Umbuchungen, Nachbestellungen machten deutlich, dass beim jährlichen Treffen der Unternehmerinnen das Thema "welches Bezugsmodell passt zu meinem Geschäft" auf der Agenda ganz oben steht.

Im Vordergrund stand dabei, wie die Entscheidungsfindung unterstützt werden kann unter Einbindung der KI, denn die Unternehmerinnen beschäftigten sich bereits im Vorfeld intensiv mit den Stärken und Herausforderungen der einzelnen Verbundgruppen (Nordbuch, Buchwert, LG Buch, Buch & Co. und eBuch) und die damit verbundenen Vor- und Nachteile. Was rechnet sich und wiegen die günstigen Konditionen manch´ andere Kriterien auf? Welche Verbundgruppe arbeitet mit welchem Barsortiment (Libri, Könemann, Umbreit, Zeitfracht) zusammen?

Die "AI-nkaufs-Assistenz Bezugsmodell" ist speziell auf die Rahmenbedingungen und Praxis des inhabergeführten Buchhandels zugeschnitten – mit Fokus auf die komplexe Struktur der Bezugswege zwischen Verlagen, Barsortimenten und Verbundgruppen.

Ziel ist es, im dialogischen Verfahren die passende Einkaufsstrategie gemeinsam mit der Nutzerin herauszuarbeiten.

Learnings bei der Entwicklung:

  1. Allgemeine Daten als Basis:
    Der Chatbot greift auf strukturierte, hinterlegte Informationen zu Barsortimenten, Transportkosten, Rückvergütungsmodellen und Verbundgruppen zurück. Damit kennt er die Rahmenbedingungen – ohne sensible Daten der einzelnen Buchhandlung zu erfassen.
  2. Nutzwertanalyse als Entscheidungsgrundlage:
    Eine klare Struktur unterstützt die Unternehmerinnen dabei, qualitative Kriterien für die Bewertung von Bezugsmodellen zu benennen, zu gewichten und einzuordnen. So entsteht ein echtes Abwägen – jenseits von reinen Zahlen.
  3. Keine Konditionen! Dafür Hinweise zur Wirtschaftlichkeit:
    Da individuelle Einkaufskonditionen sensible Informationen sind, gehören sie nicht in diese Art von KI. Stattdessen gibt die KI-Assistenz hilfreiche Impulse, wie sich eine Wirtschaftlichkeitsberechnung im nächsten Schritt sinnvoll aufsetzen lässt – ganz konkret, aber DSGVO-konform.

Wie funktioniert’s bisher konkret?

Die Nutzerin beschreibt der KI-Assistenz zunächst ihre IST-Situation: Welche Bezugswege nutzt sie aktuell? Welche Barsortimente oder Verbundgruppen sind im Einsatz?

Dann startet die SWOT-Analyse – mit dem Ziel, Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des aktuellen Modells zu erkennen. Der Chatbot fragt, fasst zusammen, reflektiert – so entsteht ein strukturierter Blick auf das eigene Einkaufsmodell.

Es folgt eine Nutzwertanalyse. Die Nutzerin bestimmt die Gewichtung und bewertet ihren derzeitigen Partner für eine vergleichbare Entscheidungsgrundlage.

Erst nach der Zielklärung – also wenn klar ist, was besser werden soll – entwickelt der KI-Agent konkrete Maßnahmenvorschläge. Das Ziel wird dabei SMART geschärft (spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert).

Fazit: Die KI-Assistenz eröffnet fundierte Entscheidungswege statt standardisierte Antworten. Er ersetzt keine persönliche Beratung, aber stärkt die Reflexion und strukturiert die Auswahlprozesse.

 

Mehr Infos und Hintergründe erfahren: Kontakt

 

Übrigens: KI-Anwendungen sind kein Hexenwerk – sondern machbar.

Lerne selbst mit „Seitenweise KI.  KI-Lernpfad für die Buchbranche“. Vom 29.04. – 05.06. online bei der Bücherfrauen-Akademie.

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StarkeUnternehmerinnen24_genuss

#StarkeUnternehmerinnen24

Ein Genuss für alle Sinne | 7. Treffen bei Gastgeberin Kirsten

Beim jüngsten Treffen der #StarkenUnternehmerinnen präsentierte Kirsten ihr inspirierendes Geschäftsmodell, das Bücher, Wein, Ferienwohnungen und Events miteinander kombiniert. Die Veranstaltung fand auf dem idyllischen Weingut PieperBasler statt, wo die Sonne mit den anwesenden Unternehmerinnen um die Wette strahlte.

Gemeinschaft und fachlicher Austausch

Von den dreizehn Mitgliedern der Gruppe reisten zehn an, um sich drei Tage lang intensiv auszutauschen und voneinander zu lernen. Im Fokus standen zukunftsweisende Themen der Buchbranche sowie operative Fragen wie Einkaufsmodelle, Konditionen, gemeinsame Marketingaktionen, Veranstaltungen, Social Media und Führungsthemen. Auch die Nachfolge in den Unternehmen war ein wichtiges Thema, da die Übernahme ansteht durch die Tochter oder Gesellschafterinnen aussteigen wollen.

Expansion und Künstliche Intelligenz

Auch Expansionen innerhalb der Gruppe wurden diskutiert. Die Teilnehmerinnen überlegten, wie sie ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln und ausbauen können. Ein besonderes Highlight war die spontane Entscheidung von Lisa, Kirsten, Stefanie und Katrin, sich dem KIMOOC24 anzuschließen. Gemeinsam arbeiten sie daran, wie Chatbots das buchhändlerische Leben erleichtern können.

Ausblick auf das nächste Treffen

Das achte Treffen der #StarkenUnternehmerinnen wird vom 27. bis 29. März 2025 stattfinden und fällt zeitgleich mit der Leipziger Buchmesse zusammen. Gastgeberin wird Stefanie Bertram-Kempf in Südbayern sein. Die Unternehmerinnen werden in den malerischen Pfaffenwinkel reisen, wo Stefanie ihre Buchhandlungen „Buch am Bach“ und „Buch am Lech“ betreibt.

Virtuelle Treffen und Jahresprogramm

Neben den physischen Treffen kommen die #StarkenUnternehmerinnen auch zweimonatlich virtuell zusammen, um aktuelle Themen zu fokussieren. Bei der CoP im Juli werden Ideen gesammelt für die vielen Jubiläen in 2025, im September geht es um Instagram-Tools und im November gibt es einen Rückblick sowie einen Ausblick auf das Jahr 2025.

Die #StarkenUnternehmerinnen mit ihren Geschäftsmodellen an 16 Standorten

  • Katrin Schmidt | Kirchzartener Bücherstube & Gundelfinger Bücherstube
  • Claudia Schläfke – das buchkabinett & Vom Fass
  • Monika Hirsch – Buchhandlung Abraxas
  • Christine Krück-Mellert & Lisa Mellert – Kindlers seit 1872
  • Antonia & Patricia Merkel – Buchhandlung Merkel
  • Kirsten Pieper –Akzente Bücher & Wein
  • Stefanie Bertram-Kempf – Buch am Bach & Buch am Lech
  • Carola Wehrbein – Augustioniok Bücher & Schreibwaren
  • Angelika Wetzel – Buch Elser & Vom FASS
  • Andrea Deuschle – Buchladen am Langhaus
  • Sabine Katz – Gernsbacher Bücherstube & Schatzinsel

Hier gibt es mehr über die #StarkenUnternehmerinnen und ihre spannenden Projekte.  Unsere Landkarte wird ständig aktualisiert. Bist Du auch eine #StarkeUnternehmerin und führst einen Laden mit Seele? Dann komm´ doch dazu! Kontakt

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StarkeUnternehmerinnen23_KI

#StarkeUnternehmerinnen23

6. Treffen bei Gastgeberin Karen im Zeichen von KI

Im LeseLaden in Kirchheim unter Teck fand kürzlich ein aufregendes Treffen statt, bei dem sich die Community der #StarkenUnternehmerinnen unter der Leitung von Unternehmensberaterin und Coach Ellen Braun versammelte. Vom 29. Juni bis zum 1. Juli 2023 standen gemeinsames Lernen, der Austauch zu brisanten Themen und Genuss im Mittelpunkt dieses sechsten Treffens.

Die beiden neu hinzugekommenen Unternehmerinnen Carola Wehrbein und Kirsten Pieper wurden schnell in die Gemeinschaft integriert und erhielten wertvolle Werkzeuge für ihr operatives Geschäft. Doch nicht nur operative Geschäftsaspekte wie Sortiment, Konditionen und die Zusammenarbeit mit Lieferanten wurden diskutiert, sondern auch die Rolle der Künstlichen Intelligenz im Buchhandel bewegte die Community. Ein inspirierender Impulsvortrag über die Nutzung von ChatGPT, einer KI-basierten Textgenerierung, und Midjourney brachte neue Ideen hervor und ermutigte zu explorativem Lernen.

ChatGPT, liebevoll KALLE genannt, stand den Unternehmerinnen geduldig zur Seite und beantwortete ihre Fragen. Egal wie oft eine Frage aus verschiedenen Blickwinkeln gestellt wurde, KALLE blieb ruhig und gab geduldige Antworten. Die Erkenntnis war klar: Mensch und Maschine lernen gemeinsam, bis das Ergebnis so überzeugend ist, dass der Mensch seine Gedanken weiterentwickeln kann.

Nach 90 Minuten des gemeinsamen Lernens war die Community fasziniert von KALLE. KALLE wurde als Sparringspartner fürs Brainstorming, Inspirationsquelle und Hilfe im Zeitmanagement gefeiert. Eine Teilnehmerin äußerte sich begeistert: "Ich habe den Eindruck, dass ich mit KALLE schneller meine Ziele erreichen kann. Die Ideen meiner Mitarbeiter:innen sind großartig, aber manchmal bleiben wir in einem Vorschlag stecken, verlieren die Perspektive der Kunden oder werden von unseren eigenen langweiligen Gedanken müde. Mit KALLE kann ich immer weiter fragen, ohne Angst zu haben, jemanden zu nerven."

Als Reaktion auf die positiven Erfahrungen bildete sich spontan ein Learning-Circle mit fünf Teilnehmerinnen, die KALLE in den kommenden Wochen in ihrer operativen Arbeit im Veranstaltungsmanagement einbinden. Gemeinsam werden sie die Chancen und Herausforderungen bei der Gestaltung von Überschriften, Plakat- und Pressetexten sowie Social-Media-Posts explorativ erkunden.

Darüber hinaus eröffnen sich weitere Möglichkeiten, da ChatGPT bereits in der Lage ist, sich selbst zu programmieren. Diese umfassen eine erhöhte Transparenz von Einkaufsmodellen durch den Vergleich nach bestimmten Kriterien, thematische Einkaufsvorschläge für verschiedene Kundengruppen basierend auf Lesemotiven sowie die Reduktion von Remissionen durch datengestütztes Einkaufen und gezieltes Anbieten von Büchern an bestimmte Kunden.

Gemeinsam mit KALLE, der Künstlichen Intelligenz als kreativem Partner, eröffnen sich den starken Unternehmerinnen neue Möglichkeiten für effektives Arbeiten und innovative Lösungsansätze. Mit der Erkenntnis, dass Mensch und Maschine gemeinsam lernen und sich gegenseitig bereichern können, steht dieser Lernraum symbolisch für den fortwährenden Fortschritt und die inspirierende Kraft der Zusammenarbeit. Die Zukunft des Unternehmertums wird von der Stärke der Community und der Kreativität von KALLE geprägt sein. Zusammen gehen wir mutig voran, um unsere Ziele zu erreichen und noch erfolgreicher zu werden.

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